Baubezogene Kunst in der DDR
Sicherung, Erhaltung, Erforschung, Restaurierung

Foto © Martin Maleschka

Bis zum Fall der Mauer entstanden auf dem Gebiet der DDR zahlreiche baubezogene Kunstwerke im öffentlichen Raum. Deren Funktion von der reinen Verschönerung des Stadtraums und der Wohngebiete bis zur propagandistischen Vermittlung politischer Botschaften einer neuen sozialistischen Gesellschaft reichte. Teilweise verschmolzen beide Aspekte auch miteinander.

Immer jedoch waren die Werke integraler Bestandteil des Gesellschaftsbaus. Die vordefinierten Inhalte wurden von den Künstlern individuell und unter Einsatz verschiedener Materialien und Techniken ausgeführt. Für viele Menschen bildete „ihre“ Kunst vor der Haustür ein identitätsstiftendes Element, welches sie auch heute noch behalten, erhalten und – wo möglich – zurückzubekommen möchten.

Viele Werke dieser „Auftragskunst“ wurden in den vergangenen 30 Jahren jedoch zerstört oder sind (mangels Pflege) verfallen, oft da ihr künstlerischer, historischer und auch soziologischer Wert noch immer durch die Wahrnehmung ideologischer Inhalte überdeckt wird.

Das Programm

Die Wüstenrot Stiftung verfolgt seit Jahren mit unterschiedlichen Projekten die Erforschung, Erhaltung und Sichtbarmachung von kulturellem Erbe in Deutschland, zu dem gerade auch das häufig vergessene Erbe der DDR zählt.

Bereits gesichert, erhalten, erforscht und restauriert hat die Stiftung das Mosaik-Außenwandbild „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“ von Josep Renau in Erfurt und das Wandbild von Arno Mohr im Foyer der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. Im Jahr 2019 wurde zudem das Flächenkunstwerk von Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht im Rathaus in Plauen in das Programm der Stiftung aufgenommen.

Call for Projects

Die Wüstenrot Stiftung sucht im Rahmen dieses Programms nach Werken, an deren Sicherung, Erhaltung, Erforschung und Restaurierung besonderes Interesse besteht.

Wir freuen uns über Hinweise an:
info@wuestenrot-stiftung.de

Einreichungen sollten Folgendes enthalten um bearbeitet zu werden:

  • eine möglichst detaillierte Beschreibung des Kunstwerks (Motive, Techniken, Künstler, Ausführungszeiten etc.)
  • Fotos des Werks und seiner räumlichen Situation. Wenn vorhanden auch Dokumentationen und Kartierungen
  • eine möglichst detaillierte Beschreibung zu vorhandenen Schäden / Mängeln / Defiziten
  • Informationen zu den Eigentumsverhältnissen
  • Informationen zur geplanten Zukunft des Trägergebäudes und dessen Umgebung (Nutzungskonzept etc.)
  • bestenfalls eine schriftliche Einschätzung zu Qualität und Erhaltungswürdigkeit des eingereichten Werks durch eine dritte Instanz (z.B. Museum, Kunsthistoriker o.ä.)
  • bestenfalls Unterlagen oder Stellungnahmen der zuständigen Denkmalbehörde/Landesdenkmalamt zum eingereichten Werk

Grundvoraussetzung für die Aufnahme in das Programm der Wüstenrot Stiftung ist:

  • der Wunsch des Eigentümers zur Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung
  • die Bereitschaft des Eigentümers, das Werk mindestens 20 Jahre zu erhalten und zu pflegen
  • Als gemeinnützige Stiftung kann die Wüstenrot Stiftung leider keine privaten Eigentümer unterstützen
Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
seit 2019