Baukultur – gebaute Umwelt

Arbeitsblatt „Der öffentliche Raum“

slider arbeitsheft baukultur © Kai Sternberg

Der öffentliche Raum: Ein Ort der Begegnung

Wem gehört der öffentliche Raum in unseren Städten und Gemeinden? Ein hochbrisantes gesellschaftspolitisches Thema, heiß diskutiert bei Stadtplanern, Politikern und Bürgern. Einheimische und Zugereiste, junge und alte Menschen, Fremdgewordene und Wiedervereinte, vor allem aber zunehmend Migranten, Flüchtlinge und Anwohner bewegen sich darin in einem Spannungsfeld ganz unterschiedlicher Bedürfnisse, Gewohnheiten und Erwartungen. Die Herausforderung heißt demnach: Wie können wir den öffentlichen Raum gestalten, um unsere Lebensräume miteinander zu teilen und dabei gleichzeitig Partizipation, tradierte Rahmenbedingungen, kulturelle Unterschiede, aber auch die Bereitschaft zu Öffnung und verträglicher Veränderung berücksichtigen?

Der „öffentliche Raum“ ist seit der antiken Agora Bürgerforum, Ort der Zusammengehörigkeit und Identifikation, aber auch der Konfrontation und des Protestes und immer wieder auch Ort der intensiven Auseinandersetzung um angemessene Gestaltung und Symbolik, wie aktuell bei dem geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin. Dieser Raum – Straßen, Plätze, das Umfeld öffentlicher Bauten – ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft, der Zeitgeschichte, wirtschaftlicher und kultureller Markt, Politbühne, ein Terrain für technische und ästhetische Entwicklungen und soziale Kommunikation, vor allem aber „Ort der Begegnung“. Hier treffen Kulturen und Traditionen unmittelbar aufeinander. Durch den öffentlichen Raum ziehen sich interkulturelle Linien. Hier wird Ausgrenzung spürbar, aber auch Interessengruppen finden zusammen. Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Menschen kann sich abseits der privaten Schutzräume eine integrative Kraft entwickeln, die es lohnt, aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven wahrgenommen, analysiert und genutzt zu werden. Hier begegnen sich Einheimische und Fremde im gemeinsamen Wunsch nach „Zugehörigkeit“, wenn auch in ganz unterschiedlicher Weise. Die einen, die schon immer „zugehörig“ waren, deren gefühltes Eigentum diese vertrauten Orte sind und die nun „teilen“ müssen, ggf. mit Verlustgefühlen. Die anderen, die erst wirklich ankommen und zugehörig werden wollen, diese Räume bereichern, aber auch im Konflikt „besetzen“. Der Öffentliche Raum – ein Ort für Begegnung und Integration, das ist im Kern das Übungsgelände, der Trainingsplatz für unser gesellschaftliches Miteinander und damit ein hochaktuelles fächerverbindendes Thema für die Schule!

Das hier vorgestellte Heft ist das vierte für den fächerübergreifenden/verbindenden Unterricht und liegt zur kostenlosen Bestellung bereit. Alle weiteren Arbeitshefte und Arbeitsblätter werden über den unten stehenden Button als kostenfreier Download zur Verfügung gestellt.

Eine Beschreibung des gesamten Projekts BAUKULTUR – GEBAUTE UMWELT. CURRICULARE BAUSTEINE FÜR DEN UNTERRICHT finden Sie hier