Herstellung der Gartenanlage des Hölderlinturms in Tübingen

Foto © Philip Kurz

Foto © Philip Kurz

Der ehemalige Turm in der Stadtmauer am Neckar, in dem der Dichter Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) von 1807 bis zu seinem Tod lebte, ist einer der bedeutendsten Erinnerungsorte der Weltliteratur. Seine Geschichte lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Im Jahr 1807 wurde das Gebäude vom Schreinermeister Ernst Friedrich Zimmer erworben. Dieser nahm dort noch im gleichen Jahr den als unheilbar krank aus dem Autenrieth‘schen Klinikum entlassenen Hölderlin auf. Der Dichter bewohnte 36 Jahre lang ein bescheiden eingerichtetes Zimmer, schrieb und empfing Besucher, wie beispielsweise die Dichter und damaligen Studenten am Tübinger Stift Wilhelm Waiblinger und Eduard Mörike. Nach einem Brand 1875 wurde der Turm wieder aufgebaut. In den Bauplänen findet sich bereits der Name „Hölderlins Turm“.
Seit August 2017 wird das Gebäude von der Stadt Tübingen saniert und umgestaltet. Finanziert durch die Wüstenrot Stiftung richtet die Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg (alim) am Deutschen Literaturarchiv Marbach im Gebäude zudem eine neue Ausstellung ein.

Der Garten

Auch wenn der heute weitläufig entlang des Neckars gelegene Garten des Hölderlinturms im 19. Jahrhundert noch nicht vollständig zum Turm gehörte, spielt der Garten für die Präsentation verschiedener Aspekte in Hölderlins Leben und Werk eine bedeutende Rolle. Als wesentlicher integrativer Teil der neu konzipierten Ausstellung greift der Garten daher verschiedene biografische, werk- und zeitspezifische Themen zugleich auf:
Hölderlin und die Jahreszeiten, Hölderlin in Bewegung, Hölderlin und der Neckar…

Im Gegensatz zur Ausstellung im Gebäude finanziert die Wüstenrot Stiftung nach intensiven Gesprächen mit der Stadt Tübingen und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach nicht nur die Herstellung des Gartens, sondern übernimmt auch die Planung und operative Ausführung. Um Gebäude und Garten einschließlich Ausstellung pünktlich zum 250. Geburtstag Hölderlins 2020 („Hölderlin-Jahr“) wieder eröffnen zu können laufen die Ausführungsarbeiten seit 2019.

Projektlaufzeit:Denkmalprojekt:Eigentümer/Nutzer:
seit 2018Stadt Tübingen