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VERSCHOBEN  – Ausstellung: Architektur als Experiment | Ludwig Leos Umlauftank / Berlin
Eine Ausstellung der Wüstenrot Stiftung, kuratiert von BARarchitekten und Gregor Harbusch, in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift ARCH+

26.03.202026.04.2020

Innenansicht nach der Instandsetzung (Foto: Philipp Lohöfener © Wüstenrot Stiftung)

ACHTUNG: DIE VERANSTALTUNG WIRD VERSCHOBEN

(Foto: Philipp Lohöfener © Wüstenrot Stiftung)

Der spektakulär aufragende Umlauftank 2 in Blau und Rosa an der Straße des 17. Juni in Berlin ist eine Ikone des experimentellen Entwerfens der internationalen Spätmoderne. Die Anlage für schiffstechnische Modellversuche funktioniert ähnlich wie ein Windkanal – aber mit Wasser. Sie wurde Mitte der 1960er-Jahre von dem jungen Ingenieur Christian Boës konzipiert, durch den Architekten Ludwig Leo im Rahmen einer künstlerischen Oberleitung gestaltet und 1974 offiziell eröffnet. Von Anfang an war der Umlauftank 2 (kurz: UT 2) nicht nur eine faszinierende Maschine. Leos Entwurf war immer auch Projektionsfläche und Versprechen – eine assoziationsreiche und komplexe Architektur, die irritierende ästhetische Erfahrungen und unendlich viele Bedeutungen zu provozieren vermag.

Die Ausstellung „Architektur als Experiment“ zeigt anhand weitgehend unbekannter, historischer Fotos und Pläne sowie drei neu produzierter Filme den technikgeschichtlichen Kontext, den architektonischen Entwurfsprozess und die denkmalgerechte Instandsetzung des Umlauftanks 2. Sie geht von der Hypothese aus, dass er nur im West-Berlin des Kalten Krieges so gebaut werden konnte, wie er gebaut wurde. Denn in der insularen Frontstadt gab es den politischen Behauptungswillen, die nötigen Subventionen und den Mut zu einer radikalen Architektur, die es ermöglichten, dass inmitten des Zentrums die bis heute weltweit größte Anlage für schiffstechnische Modellversuche ihrer Art gebaut wurde.

Im Herbst 2017 schloss die Wüstenrot Stiftung die denkmalgerechte Instandsetzung des Gebäudes ab, die von den Büros HG Merz und adb Ewerien und Obermann durchgeführt wurde. Seitdem sind der Umlauftank 2 und sein historischer Entstehungskontext wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt – und damit auch die Frage nach dem gesellschaftlichen Wert experimentellen Denkens. Denn der Umlauftank 2 erzählt von einem Berlin, das erstaunlich weit zurückliegt und heute – vor dem Hintergrund des neuerlichen Konservatismus in der Berliner Architektur seit 1989 – zunehmend als Sehnsuchtsort einer experimentellen Spätmoderne begriffen wird, die aus dem Lokalen heraus wirkte und dabei internationale Maßstäbe zu setzen vermochte.

Teil der Ausstellung ist der 45-minütige Animationsfilm „Ludwig Leo Werkfilm“, der sieben Projekte Leos aus den Jahren 1956–73 anhand montierten und digital in Bewegung gebrachten Archivmaterials aus dem Baukunstarchiv der Akademie der Künste in Berlin zeigt. Im Zentrum stehen Leos vielschichtige Zeichnungen aus den 1960er-Jahren.

Parallel zur Ausstellung erscheint bei Spector Books die zweisprachige (deut./engl.) Publikation „Ludwig Leo. Umlauftank 2“ der Wüstenrot Stiftung. Sie ist dem Prozess der Instandsetzung gewidmet und beleuchtet die Rolle des Denkmalschutzes für junge Bauwerke.

 

STATION BERLIN

Ausstellung: geplante Laufzeit 24.09. – 25.10.2020
Ort: BHR OX bauhaus reuse
Temporärer Pavillon auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes
10587 Berlin

 

BEGLEITPROGRAMM

Open Day Umlauftank 2 Do. 24.09.2020

Kostenfrei und ohne Anmeldung

Führungen:
15.30 Uhr mit Gregor Harbusch (Co-Kurator der Ausstellung)
16.30 Uhr mit Gregor Harbusch und Steffen Obermann (adb Ewerien und Obermann)
17.30 Uhr mit Steffen Obermann und Stefan Motz (HG Merz)

ARCH+ Salon: wird rechtzeitig angekündigt

ARCH+ Space
Friedrichstraße 23A
10969 Berlin

Der Berliner Landeskonservator Christoph Rauhut, die Denkmalpflegerin Kerstin Wittmann-Englert von der TU Berlin und Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, nehmen die Instandsetzung des Umlauftanks 2 zum Anlass, um über die denkmalpflegerischen Herausforderungen junger Baudenkmale zu diskutieren. Die Moderation übernimmt Anh-Linh Ngo, Chefredakteur der Zeitschrift ARCH+.

Anmeldung erforderlich bis 30.03.2020 unter features@archplus.net

Filmvorführung: „Ludwig Leo Werkfilm“, Mi. 07.10.2020

Kino filmkunst 66
Bleibtreustraße 12
10623 Berlin

Der im Rahmen der Ausstellung entstandene Animationsfilm „Ludwig Leo Werkfilm“ basiert auf Archivmaterial und experimentiert mit den Mitteln der Architekturdarstellung, um Leos eigenwillige architektonische Arbeitsweise zu erforschen. Im Anschluss diskutieren Antje Buchholz (Architektin und Co-Regisseurin des Films), Gregor Harbusch (Architekturhistoriker und Co-Regisseur des Films) und Mélanie van der Hoorn (Kulturanthropologin und Autorin, Wien). Der Architekt, Filmemacher und Direktor des Architecture Film Festival Rotterdam (AFFR) Jord den Hollander moderiert.

Der Eintritt ist frei, eine Kartenreservierung jedoch erforderlich bis 17. 04.2020 unter features@archplus.net

Das Begleitprogramm wird gemeinsam von ARCH+ und der Wüstenrot Stiftung präsentiert. Die Inhalte der Veranstaltungen wird ARCH+ als Sonderfeature für die Berlin-Ausgabe redaktionell aufbereiten.

Details

Beginn:
26.03.2020
Ende:
26.04.2020
Veranstaltungskategorien:
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