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Ausstellung: Architektur als Experiment | Ludwig Leo (1924–2012) / Leipzig
Eine Ausstellung der Wüstenrot Stiftung, kuratiert von BARarchitekten und Gregor Harbusch, in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift ARCH+

05.11.202013.12.2021

Innenansicht nach der Instandsetzung (Foto: Philipp Lohöfener © Wüstenrot Stiftung)

(Foto: Philipp Lohöfener © Wüstenrot Stiftung)

Der spektakulär aufragende Umlauftank 2 in Blau und Rosa an der Straße des 17. Juni in Berlin ist eine Ikone des experimentellen Entwerfens der internationalen Spätmoderne. Die Anlage für schiffstechnische Modellversuche funktioniert ähnlich wie ein Windkanal – aber mit Wasser. Sie wurde Mitte der 1960er-Jahre von dem jungen Ingenieur Christian Boës konzipiert, durch den Architekten Ludwig Leo im Rahmen einer künstlerischen Oberleitung gestaltet und 1974 offiziell eröffnet. Von Anfang an war der Umlauftank 2 (kurz: UT 2) nicht nur eine faszinierende Maschine. Leos Entwurf war immer auch Projektionsfläche und Versprechen – eine assoziationsreiche und komplexe Architektur, die irritierende ästhetische Erfahrungen und unendlich viele Bedeutungen zu provozieren vermag.

Die Ausstellung „Architektur als Experiment“ zeigt anhand weitgehend unbekannter, historischer Fotos und Pläne sowie drei neu produzierter Filme den technikgeschichtlichen Kontext, den architektonischen Entwurfsprozess und die denkmalgerechte Instandsetzung des Umlauftanks 2. Sie geht von der Hypothese aus, dass er nur im West-Berlin des Kalten Krieges so gebaut werden konnte, wie er gebaut wurde. Denn in der insularen Frontstadt gab es den politischen Behauptungswillen, die nötigen Subventionen und den Mut zu einer radikalen Architektur, die es ermöglichten, dass inmitten des Zentrums die bis heute weltweit größte Anlage für schiffstechnische Modellversuche ihrer Art gebaut wurde.

Im Herbst 2017 schloss die Wüstenrot Stiftung die denkmalgerechte Instandsetzung des Gebäudes ab, die von den Büros HG Merz und adb Ewerien und Obermann durchgeführt wurde. Seitdem sind der Umlauftank 2 und sein historischer Entstehungskontext wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt – und damit auch die Frage nach dem gesellschaftlichen Wert experimentellen Denkens. Denn der Umlauftank 2 erzählt von einem Berlin, das erstaunlich weit zurückliegt und heute – vor dem Hintergrund des neuerlichen Konservatismus in der Berliner Architektur seit 1989 – zunehmend als Sehnsuchtsort einer experimentellen Spätmoderne begriffen wird, die aus dem Lokalen heraus wirkte und dabei internationale Maßstäbe zu setzen vermochte.

Teil der Ausstellung ist der 45-minütige Animationsfilm „Ludwig Leo Werkfilm“, der sieben Projekte Leos aus den Jahren 1956–73 anhand montierten und digital in Bewegung gebrachten Archivmaterials aus dem Baukunstarchiv der Akademie der Künste in Berlin zeigt. Im Zentrum stehen Leos vielschichtige Zeichnungen aus den 1960er-Jahren.

Parallel zur Ausstellung erscheint bei Spector Books die zweisprachige (deut./engl.) Publikation „Ludwig Leo. Umlauftank 2“ der Wüstenrot Stiftung. Sie ist dem Prozess der Instandsetzung gewidmet und beleuchtet die Rolle des Denkmalschutzes für junge Bauwerke.

Mehr Informationen zur Ausstellung hier 

STATION LEIPZIG

Eröffnung: 05.11.2020, 18 Uhr
Ausstellung: 06.11. – 13.12.2020

Die Leipziger Ausstellung unterscheidet sich in der Konzeption und im Untertitel von der Ausstellung in Berlin. Sie integriert auch die ältere Ausstellung „Ludwig Leo Ausschnitt“, die ebenfalls im Auftrag der Wüstenrot Stiftung von BARarchitekten und Gregor Harbusch kuratiert wurde und in den Jahren 2013–15 in Berlin, Stuttgart und London zu sehen war.

Ort: Techne Sphere, Halle 9
Spinnereistraße 13
04179 Leipzig

 

Details

Beginn:
05.11.2020
Ende:
13.12.2021
Veranstaltungskategorien:
,

Details

Beginn:
05.11.2020
Ende:
13.12.2021
Veranstaltungskategorien:
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