Dokumentarfotografie Förderpreise 13 (2020)

Die Wüstenrot Stiftung hat gemeinsam mit dem Museum Folkwang vier Förderpreise für Dokumentarfotografie – jeweils mit 10.000 Euro dotiert – vergeben. Die Preise erhalten in diesem Jahr Sabrina Asche, Leipzig, Luise Marchand, Leipzig, Heiko Schäfer, Düsseldorf und Wenzel Stählin, Kassel. Unter 66 Bewerbungen von Absolventinnen und Absolventen deutscher Kunsthochschulen und fotografischer Ausbildungsstätten wählte die Jury die vier Preisträgerinnen und Preisträger aus.

Die Mitglieder der internationalen Jury:

Dr. Anna Tellgren, Curator of Photography, Moderna Museet, Stockholm, Schweden
Thomas Seelig, Leiter der Fotografischen Sammlung, Museum Folkwang, Essen
Irene de Mendoza, Artistic Director, Fundación Foto Colectania, Barcelona, Spanien
Susanne Hefti, Künstlerin und ehemalige Preisträgerin, Zürich, Schweiz
Dr. René Hartmann, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg

Die Jury begründet ihre Auswahl wie folgt:

„Die Vielfalt an Themen und Herangehensweisen der eingereichten Bewerbungen für die Förderpreise verdeutlichen ein anhaltend starkes Interesse an der Auseinandersetzung mit dem dokumentarischen Blick. Die prämierten Projektvorhaben zeichnen sich durch innovative Arbeitsweisen aus, bei denen die Sprache des Dokumentarischen reflektiert und erweitert wird. Inhaltlich verfolgen die Projekte der Preisträgerinnen und Preisträger vielschichtige Auseinandersetzungen mit den Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, sowie den Vorstellungen von Privat und Öffentlichkeit in unserer gegenwertigen Gesellschaft.“

Aufgrund der coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen wird auf die feierliche Preisverleihung im Museum Folkwang in Essen aktuell verzichtet. Es ist vorgesehen dies zu einem späteren Zeitpunkt in einem angemessenen Rahmen nachzuholen.

Die Wanderausstellung und der Begleitkatalog zum DF 13 werden kuratiert von Christin Müller.

Foto © Sabrina Asche

Foto © Sabrina Asche

Projekt

Sabrina Asche wird sich im Rahmen des Förderpreises mit der Situation der vielen unsichtbaren Frauen beschäftigen, die in der bengalischen Textilindustrie arbeiten. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza im Dhaka District in Bangladesch. Sie hat bereits partizipative Workshops mit Arbeiterinnen in Dhaka organisiert und hierbei Fotografien, Notizen und Interviews gesammelt. Für ihr neues Projekt möchte sie das Material verwenden und es mit Bildern, Videos, Ton und Text verweben. Diese partizipative Arbeitsweise zeichnet die Jury als spannende Reflexion der Autorenrolle einer Fotografin und Erweiterung des dokumentarischen Ansatzes aus.

Vita

*1981