Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart fördert im Auftrag des Auswärtigen Amtes den internationalen Kunst- und Kulturaustausch. Dabei hat das Institut eine Kunstsammlung mit rund 24.000 Werke aus Bildender Kunst und Design des 20. und 21. Jahrhunderts aufgebaut, die ständig weiterwächst. Der einzigartige Bestand setzt sich aus zwei Teilen zusammen: zum einen aus angekauften Werken für die weltweiten Tourneeausstellungen, die das ifa seit 1971 organisiert, und zum anderen aus der grafischen Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK), das 1990 aufgelöst und in Teilen mit der bestehenden Sammlung des ifa, seinem westdeutschen Pendant, zusammengeführt wurde.
ifa-Kunstbestand – Erschließung, Sicherung und Sichtbarmachung
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Bisher sind die Werke fast ausschließlich in den weltweit tournierenden ifa-Ausstellungen zu sehen. Das ifa und die Wüstenrot Stiftung verfolgen im Rahmen eines mehrjährigen Projekts das Ziel, die wissenschaftliche Erschließung des ifa-Kunstbestands voranzutreiben und seine Sichtbarmachung zu erhöhen. Voraussetzung hierfür ist die Schaffung eines neuen Depots, das 2026 eröffnen soll.
Ein erster Meilenstein des Projekts war die Veröffentlichung der Online-Ausstellung „Publik machen“ im Juli 2024, die sich der grafischen Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK) widmet. Dieser umfangreiche Bestand gelangte 1990 ins ifa, nachdem die Auflösung des ZfK, dem ostdeutschen Pendant zum ifa, beschlossen wurde. Für das Kooperationsprojekt beschäftigt sich eine Forschungsgruppe intensiv mit der Sammlung und Geschichte des ZfK.
Die Ausstellung zeigt 160 Werke von 40 Künstler:innen aus dem Sammlungsbestand des ZfK und spannt dabei einen historischen Bogen von 1919 bis 1988. Die Auswahl präsentiert Künstler:innen, die großen Erfolg als Teil des Kunstbetriebs der DDR hatten, aber auch jene die nur eine signifikante Rolle am Rande der etablierten Szene spielten oder sogar als Vertreter der nonkonformen Kunstszene der DDR gelten:
„Mit der Wiedervereinigung ist nicht nur der grafische Bestand des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR mit rund 10.000 Werken von 630 Künstler:innen an das ifa übergegangen, sondern auch die Verantwortung zur Erinnerung an das ZfK. Die Sichtbarmachung dieses bedeutenden und ambivalenten Zeugnisses der DDR-Kunst sowie die kritische Aufarbeitung der Rolle des ifa in diesem Kontext sind uns besonders wichtig.“
Gitte Zschoch, Generalsekretärin des ifa