15.418 Schriftstellerinnen verzeichnet der Online-Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA) gegenwärtig, von Elisabeth von Aachen bis Krystyna Zywulska. Neben weniger bekannten Namen finden sich darunter auch vielgelesene oder preisgekrönte Schriftstellerinnen wie Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko, ebenso zahlreiche Gegenwartsautorinnen wie Barbara Köhler und Julia Franck. Darüber hinaus beherbergen die Sammlungen des DLA aber auch eine Reihe von Schriftstellerinnen, die in ihrer Zeit literarisch stilprägend waren, in den Literaturgeschichten jedoch ebenso wie in den literarischen und kulturellen Diskussionen der Gegenwart kaum eine Rolle spielen.
Ab Herbst 2026 wollen das DLA und die Wüstenrot Stiftung daher in einem gemeinsamen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Erschließungsprojekt die Archivbestände von Schriftstellerinnen verstärkt sichtbar machen. Anliegen ist es nicht nur, Autorinnen und ihre Werke neu zu entdecken und nach spezifisch weiblichen Erfahrungen und Formen literarischen Schreibens, Arbeitens und Vererbens zu fragen, sondern auch Sorge dafür zu tragen, dass bedeutende Autorinnen, nicht zuletzt durch die bibliothekarische Zugänglichmachung ihrer Nachlässe, wie etwa im Fall von Irmtraud Morgner, langfristig den ihnen zustehenden Platz in der Literaturgeschichte einnehmen. Dabei zielen wir nicht auf einen weiblichen Gegenkanon, sondern betrachten die Autorinnen als Literaturschaffende aus eigenem Recht.



