15.418 Schriftstellerinnen verzeichnet der Online-Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA) gegenwärtig, von Elisabeth von Aachen bis Krystyna Zywulska. Neben weniger bekannten Namen finden sich darunter auch vielgelesene oder preisgekrönte Schriftstellerinnen wie Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko, ebenso zahlreiche Gegenwartsautorinnen wie Barbara Köhler und Julia Franck. Darüber hinaus beherbergen die Sammlungen des DLA aber auch eine Reihe von Schriftstellerinnen, die in ihrer Zeit literarisch stilprägend waren, in den Literaturgeschichten jedoch ebenso wie in den literarischen und kulturellen Diskussionen der Gegenwart kaum eine Rolle spielen.
Abb.: Susan Sontag | Lynn Gilbert | Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0
In einem gemeinsamen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Erschließungsprojekt machen das Deutsche Literaturarchiv und die Wüstenrot Stiftung die Archivbestände von Schriftstellerinnen verstärkt sichtbar. Anliegen ist es, Autorinnen und ihre Werke neu zu entdecken und nach spezifisch weiblichen Erfahrungen und Formen literarischen Schreibens, Arbeitens und Vererbens zu fragen. Dabei zielen wir nicht auf einen weiblichen Gegenkanon, sondern betrachten die Autorinnen als Literaturschaffende aus eigenem Recht. Den Auftakt der Reihe macht die Ausstellung über Susan Sontag als intellektueller Tausendsassa und öffentliches Gewissen Amerikas.



Foto © Moritz Bernoully, DAM