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Erinnerung zugänglich machen – Aufseherhaus am Tübinger Stadtfriedhof neu erschlossen
Wie lässt sich ein Ort der Erinnerung so erschließen, dass er auch für die Gegenwart Bedeutung behält? Diese Frage stand im Zentrum eines Projekts am Tübinger Stadtfriedhof, das von der Wüstenrot Stiftung gefördert wurde. Mit der denkmalgerechten Instandsetzung des ehemaligen Aufseherhauses ist ein neuer Zugang zu diesem vielschichtigen Kulturort entstanden.
Der Stadtfriedhof gehört zu den bedeutenden historischen Orten Tübingens. In ihm spiegelt sich die Geschichte der Stadt – in Biografien, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, aber auch in ihren Brüchen. Das Aufseherhaus war lange Teil dieses Ensembles, ohne selbst als Ort der Vermittlung in Erscheinung zu treten. Durch die bauliche Erneuerung kann es nun neu genutzt werden: Im Erdgeschoss informiert eine Ausstellung über die Geschichte des Friedhofs und ausgewählte Persönlichkeiten, während die eigentlichen Zeugnisse weiterhin im Außenraum erfahrbar bleiben.
Zugleich bleibt das Gebäude ein Ort der Gegenwart. Das Obergeschoss wird weiterhin im Rahmen des Tübinger Stadtschreiberstipendiums bewohnt. So entsteht hier Literatur an einem Ort der Erinnerung – eine Verbindung, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Beziehung setzt. Die Wüstenrot Stiftung förderte die bauliche Instandsetzung des Aufseherhauses und schuf damit die Voraussetzung für diese neue Nutzung. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Erhaltung, Vermittlung und Nutzung zusammengedacht werden können: nicht als getrennte Aufgaben, sondern als zusammenhängender Prozess. Mit ihrem Engagement trägt die Wüstenrot Stiftung dazu bei, kulturelles Erbe sichtbar und zugänglich zu machen – und Orte wie den Tübinger Stadtfriedhof als Teil eines lebendigen kulturellen Gedächtnisses zu stärken.
Details
- Beginn:
- 25.04.2026, 11:00 Uhr
- Ende:
- 25.04.2026, 13:00 Uhr

