Erfolgreiche metropolenferne Räume

Foto: Thomas Wolf © Wüstenrot Stiftung

In Deutschland gibt es eine intensiver werdende Diskussion über regional unterschiedliche Zukunftsperspektiven. Im Fokus steht dabei ein Auseinanderdriften der Lebensbedingungen und Teilhabechancen zwischen prosperierenden urbanen Zentren und Metropolregionen einerseits, denen die Zukunft zu gehören scheint, sowie altindustriell geprägten Räumen und strukturschwachen ländlichen Regionen andererseits, die nicht zum Einzugsbereich einer Metropole gehören und denen deshalb ein umfassender Verlust wirtschaftlicher und demographischer Bedeutung droht.

Blickt man genauer hin, so gibt es auch ländlich-kleinstädtisch geprägte Regionen und suburbane Räume, die eine eigenständige, prosperierende Entwicklung aufweisen, und sich dafür nicht an Blickt man genauer hin, so zeigt sich eine wesentlich differenziertere Realität, denn es gibt auch metropolenferne Regionen, deren demographische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung so positiv verläuft, dass sie den Vergleich und den Wettbewerb mit erfolgreichen Metropolen nicht zu scheuen brauchen. Systematische Erkenntnisse über die Entstehung und die Gestaltbarkeit der unterschiedlichen Zukunftsperspektiven dieser Regionen liegen jedoch nur in geringem Maße vor.

Angesichts der Allgegenwärtigkeit und Durchschlagskraft der kulturellen, technischen und wirtschaftlichen Globalisierung sowie der Dynamik der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen stellt sich auch die Frage, welchen Einfluss regionale Akteure überhaupt noch auf die eigene Entwicklung ausüben können. Die begrenzte Reichweite staatlicher Eingriffs- und Steuerungsmöglichkeiten eröffnet neue Handlungsräume für Eigeninitiative und bürgerschaftliches Engagement; es entstehen neue Chancen und Risiken, wenn die Perspektiven der einzelnen Regionen vom Handeln der lokalen und regionalen Akteure bestimmt werden.

Das Projekt

Das Niedersächsische Institut für historische Regionalforschung e. V. hat im Auftrag der Wüstenrot Stiftung eine exemplarische Untersuchung zu den Ursachen für die Bandbreite und die Heterogenität regional unterschiedlicher Entwicklungen durchgeführt. Dazu gehören historische Entwicklungen, politische Entscheidungen, gesellschaftliche, wirtschaftliche und nachbarschaftliche Netzwerke, regionale Kulturen, signifikante Ereignisse und der Einfluss besonderer Persönlichkeiten.

Die Publikationen

„Erfolgreiche metropolenferne Regionen. Lehren für die Regionalentwicklung“

Die Evangelische Akademie Loccum und die Wüstenrot Stiftung führten im Januar 2018 eine gemeinsame Tagung durch, bei welcher die Zwischenergebnisse des Projekts der Fachöffentlichkeit präsentiert wurden, um sie kritisch zu diskutieren und auf ihre Lehren für die Regionalpolitik hin zu befragen. Wichtige Impulse zu dieser Debatte lieferten die Beiträge namhafter Experten aus Wissenschaft und Praxis, die den Stand der aktuellen Diskussion über die verschiedenen Bestimmungsfaktoren regionalwirtschaftlicher Entwicklung reflektierten. Die Beiträge der Veranstaltung dokumentiert der 2019 erschienene Band.

„Erfolgreiche metropolenferne Regionen. Das Emsland und der Raum Bodensee-Oberschwaben“

Das Forschungsprojekt der Wüstenrot Stiftung fokussierte auf eine exemplarische und zugleich systematische Untersuchung erfolgreicher Regionen jenseits der Metropolen. Aus historischen Entwicklungen, politischen Entscheidungen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und nachbarschaftlichen Netzwerken, regionalen Kulturen, signifikanten Ereignissen und besonderen Persönlichkeiten werden Erklärungsmuster für die Bandbreite und Heterogenität regionaler Perspektiven und Erfolge erkennbar. Die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt stellt die Wüstenrot Stiftung mit der ebenfalls 2019 erschienenen Publikation der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
2015 – 2018
Auftragnehmer: Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer,
Prof. Dr. Rainer Danielzyk, Martin Stöber, Dr. Nadja Wischmeyer, Philipp Friedsmann, Niedersächsisches Institut für Historische Regionalforschung e. V., Hannover