Lebensqualität und Zukunftspotenziale in kleinen Städten und großen Dörfern

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Kleine Städte und große Dörfer stehen hierzulande selten im Fokus, wenn es um Fragen der Lebensqualität und der zukünftigen Entwicklungspotentiale geht. Im Zuge des demografischen Wandels und der fortschreitenden Verstädterung scheinen sie nicht nur an quantitativer Bedeutung zu verlieren, sondern auch mit einer Lebensweise verbunden zu sein, die in modernen Gesellschaften als nicht mehr zeitgemäß betrachtet wird.

Kleine Städte und Dörfer bieten ihren Bewohnern augenscheinlich eher Nachteile als attraktive Zukunftschancen. Selten werden neue Chancen und Gestaltungspotenziale, gewachsene Freiräume zur Verwirklichung individueller Lebensentwürfe, die Fortschreibung traditioneller Qualitäten oder besondere Standortvorteile erörtert. Stattdessen empfinden immer mehr Menschen das Gefühl, dass nicht nur ihre Orte als Siedlungsform an Bedeutung verlieren, sondern dass sie selbst im Zuge der Entwicklung einen schleichenden Verlust an Lebensqualität und Zukunftschancen erleiden.

Aber stimmt das denn tatsächlich? Haben kleine Städte und große Dörfer so wenig zu bieten, dass sie als Heimat nur noch zweite Wahl sind? Fehlt ihnen eine eigene Anziehungskraft für das Leben in modernen Gesellschaften?

Das Projekt

Die Wüstenrot Stiftung hat diese Fragen in einem Forschungsprojekt untersuchen lassen, das vom studio urbane landschaften – bildung durchgeführt wurde. Das dabei angewandte Untersuchungsdesign weist drei Besonderheiten auf:

1. Das Auswahlverfahren für die Untersuchungsorte zielte auf das alltägliche Arbeiten und Leben in kleinen Städten und großen Dörfern. Untersucht wurden deshalb nicht bereits im Vorfeld bekannte, herausragende Beispiele und Projekte, sondern das Forschungsteam reiste in vier nach allgemeinen Kriterien ausgesuchte Orte, um dort zu entdecken, was aus fachlicher und aus subjektiver Perspektive das Leben in kleinen Städten und großen Dörfern ausmacht (Auswahlverfahren auf S. 14).

2. Das Projekt forschte nicht über die Menschen und ihr Leben, sondern beteiligte sie und forschte gemeinsam mit ihnen (Methode auf S. 10 ff.)

3. Als Ergebnis aus dem Forschungsprojekt ist nicht nur die nachfolgende Beschreibung vom Alltag, vom Arbeiten, Leben und Wohnen in kleinen Städten und großen Dörfern entstanden, sondern wir blicken auch in beeindruckenden Filmen gemeinsam mit den Menschen in ihre vielfältigen Lebenswelten.

Aus dieser Vorgehensweise entsteht ein neuer, unmittelbarer Eindruck von den Qualitäten und Optionen, die kleine Städte und große Dörfer ihren Bewohnern bieten, und ebenso der Einschränkungen und Herausforderungen, die sie bereithalten. Aus der fachlichen Beurteilung durch das Forschungsteam wie aus der subjektiven Perspektive der Bewohner wird deutlich, wie wichtig es ist, eine Balance aus Chancen und Restriktionen zu finden, die kleine Städte und große Dörfer prägen; eine Aufgabe, die es individuell und als Gemeinschaft in einem stetigen Prozess der Anpassung an sich ändernde Bedingungen zu bewältigen gilt.

Die Publikation

Entstanden ist eine Publikation, der die Filme beigefügt wurden.

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Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
2017 – 2019Auftragnehmer: Thomas Gräbel, Marie Haibt, Sabine Rabe, Prof. Dr. Hille von Seggern, Arge Studio Urbane Landschaften – Bildung, Lilli Thalgott