Stadtspäher in Hagen. Baukultur in Schule und Universität (Download)
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Beschreibung
Herausgegeben von der Wüstenrot Stiftung, 63 Seiten, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg, 2013.
ISBN 978-3-933249-82-1
Architektur gestaltet unser alltägliches Umfeld, formt mit den Disziplinen Stadt- und Raumplanung unser aller Lebensraum und ist zugleich eine Kunstform, die herausragende historische wie zeitgenössische Werke hervorgebracht hat. Baukultur ist ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität, hat aber in der kulturellen Bildung keinen festen Platz. Weder in der außerschulischen, noch in der Schulbildung ist die Beschäftigung mit der gebauten Umwelt ein Gebot, dabei eignet sich dieses Thema hervorragend für die Schulung in der Wahrnehmung und Dechiffrierung von Welt. Die Auseinandersetzung mit unserer architektonischen und räumlichen Umgebung fördert verschiedenartige Herangehensweisen und schult die Interpretationsfähigkeit für die aktive Teilhabe am gesellschaftlich-politischen Leben als mündiger Bürger.
Da die Perspektiven für eine verpflichtende Aufnahme von Baukultur in den Fächerkanon der Schulen vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an Schulen wie an Lehrkräfte seit Jahren denkbar schlecht sind, suchte die Wüstenrot Stiftung mit einem Team von Pädagogen/innen und Experten/innen aus Architektur, Raumplanung und Denkmalpflege nach Wegen, das Thema in den bestehenden Rahmenbedingungen, namentlich nach den Richtlinien und Vorgaben der Kultusministerkonferenz, im Schulalltag zu verankern. Entstanden ist dabei das Lehrangebot „Baukultur – Gebaute Umwelt. Curriculare Bausteine für den Unterricht“, das 36 Unterrichtsmodule für zwölf Schulfächer und alle Klassen von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II bietet – so soll das Thema Baukultur die Kinder und Jugendlichen über ihre gesamte schulische Laufbahn hinweg begleiten.
Es war ein großer Glücksfall, dass die Wüstenrot Stiftung das Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der Technischen Universität Dortmund als Partner für eine erste Erprobung des Lehrangebotes in der schulischen Praxis und darüber hinaus in der Lehrerbildung gewinnen konnte. Unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus-Peter Busse und Prof. Dr. Barbara Welzel fand sich an der TU Dortmund, an mehreren Hagener Schulen und im Kunstquartier Hagen ein hochmotiviertes Team, das unter dem Titel „Stadtspäher“ Kinder und Jugendliche in der Schule an die Erkundung ihrer Lebenswelt heranführte. Besonders den beiden Projektleitern, aber auch allen weiteren Beteiligten dankt die Wüstenrot Stiftung sehr herzlich für ihre Initiative und das unerschöpfliche Engagement in der Implementierung des Lehrangebots in Schule und Lehrerbildung.
Das Stadtspäher-Projekt in Hagen zeigt, welch enormes Potential die Beschäftigung mit der gebauten Umwelt im Schulalltag birgt: So führte die Erweiterung von Raumgrenzen zu gesteigerter Wahrnehmungsfähigkeit, die Erkundung von Räumen zur identitätsstiftenden Aneignung. Das Verhältnis zur eigenen Lebenswelt definierten die Schüler/innen im Laufe des Projekts neu – es scheint nun stärker geprägt von Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung. Die künstlerisch-gestaltende Auseinandersetzung mit Architektur erleichterte im Zusammenspiel von künstlerischem Arbeiten und Kunstgeschichte den Zugang zu Fächern und Lehrinhalten, die zuvor als rein abstrakt und lebensfern erachtet wurden. All diese positiven Entwicklungen waren unabhängig vom sozialen Milieu der jungen „Stadtspäher“ – gerade für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche wurde in diesem Projekt soziale und kulturelle Teilhabe nicht nur in Aussicht gestellt, sondern erfahrbar gemacht – Erfahrungen, die das Selbstbewusstsein stärken und die Persönlichkeit positiv prägen.
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Zukunftsfragen der Gesellschaft: Woran glaubt die Demokratie? Religion, Freiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Die modernen Demokratien entstanden mit dem Anspruch, Staat und Kirche zu trennen und Glaubensfreiheit als elementares Menschenrecht zu schützen. Zugleich sind sie in kulturellen Räumen gewachsen, die vom Christentum geprägt waren. Bis heute stellt sich die Frage, wovon eine freiheitliche Demokratie lebt: Genügt der säkulare Humanismus, um die Gleichheit aller Menschen, ihre Würde und ihre Rechte zu begründen? Oder brauchen demokratische Gesellschaften religiöse Quellen und Rituale, damit Solidarität, Nächstenliebe und Verantwortung im Alltag wirksam bleiben?
Was ist von Ernst-Wolfgang Böckenfördes Diktum von 1967 zu halten, der freiheitliche, säkularisierte Staat lebe von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann? Diese Frage stellt sich heute mit neuer Schärfe. Kirchen verlieren an Bindekraft, religiöse Motive werden politisch neu aufgeladen, Fragen nach Sinn und Zugehörigkeit kehren in veränderter Form zurück. Zugleich zeigt der Blick in die USA, wie umkämpft christliche Rückbesinnung geworden ist, wenn sie gerade von Akteuren gefordert wird, die den universal-egalitären Geist der Menschenrechte kaum teilen. Was also trägt demokratischen Zusammenhalt heute?
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Bei der Veranstaltung stellen wir nicht nur die Publikation zum Projekt vor. Wir laden auch zum kritischen Austausch über seine Inhalte ein, greifen Leitthemen daraus auf und stellen Beispiele vor. Danach werden auf dem Podium gemeinsam die drei Querschnittsthemen Bezahlbarkeit, Grünqualität und Prozesse diskutiert.
📍 FORUM Haus der Architektinnen und Architekten (HdA) Stuttgart, BW
🗓️ Mittwoch, 7. Oktober
🕔️ 17:00 - 20:00 Uhr
Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid!
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