Werkarchiv Conrad Roland. Hängehäuser, Raumnetze und die Kategorisierung von Wissen (Download)
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Herausgegeben von der Wüstenrot Stiftung und dem saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), 207 Seiten, Ludwigsburg, 2025.
Beschreibung
Wie lässt sich nicht nur das physische Erbe, sondern auch die zugrundeliegende Gedankenwelt eines visionären Architekten erschließen, vermitteln und in die Zukunft tragen? Dieser Frage widmet sich ein gemeinsames Forschungsprojekt des saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Wüstenrot Stiftung. Im Mittelpunkt steht der umfangreiche Nachlass des Architekten und Ingenieurs Conrad Roland (1937–2020), dessen Werk an der Schnittstelle von Architektur, Ingenieurbau, künstlerischer Utopie und wissenschaftlicher Systematik liegt.
Conrad Roland wurde international durch seine innovativen Seilnetzkonstruktionen bekannt, die als Kletterspielgeräte weltweit Anwendung fanden. Doch seine architektonische Vorstellungskraft ging weit darüber hinaus: Visionäre Entwürfe für Hängehochhäuser und experimentelle Raumseilnetze hinterfragen etablierte Raumvorstellungen und Tragwerkskonzepte radikal. Auch seine Art, Wissen methodisch zu ordnen und kritisch zu hinterfragen, war originell. So entwickelte er eigens für seine Forschungen einen strukturierenden Farbcode.
Ein Großteil seines Werknachlasses wurde 2020 aus Berlin und Hawaii am saai zusammengeführt und umfasst eine Vielzahl an Materialien: Skizzen, Pläne, Zeichnungen, Fotografien, Modelle, umfangreiche Korrespondenzen sowie konzeptuelle Notizen. Darüber hinaus enthält er eine bemerkenswerte Sammlung von Arbeitsunterlagen zu Werken anderer Architekt:innen, die Roland im Rahmen seiner Forschung zu zugbeanspruchten Geschossbauten bzw. Hängekonstruktionen systematisch zusammengetragen hat. Diese noch weitgehend unerschlossenen Materialien eröffnen neue Perspektiven auf sein eigenes Werk sowie auf die Städtebau , Architektur und Ingenieurgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Ziel der Zusammenarbeit von saai und Wüstenrot Stiftung ist es, diesen vielschichtigen Nachlass in seiner Eigenlogik zu erschließen und langfristig zugänglich zu machen. Dabei entstehen neue methodische Impulse für den Umgang mit nicht-konventionellen Wissensbeständen im Bereich der Architektur.
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