RaumTeiler – Mehrwert durch Mehrfachnutzung
Schulen, die abends leer stehen – Gemeindezentren, die nur am Wochenende geöffnet haben – Kirchen, die nur sonntags ihre Türe öffnen. In unseren Städten und Dörfern schlummert ein enormes, weitgehend ungenutztes Raumpotenzial – während gleichzeitig der Bedarf an flexiblen, gemeinschaftlich nutzbaren Orten wächst. Das Projekt RaumTeiler nimmt genau dieses Potenzial in den Blick.
Räume neu denken
Wir fragen: Was wäre, wenn bestehende Gebäude nicht nur eine, sondern viele Funktionen erfüllen könnten – ohne ihre ursprüngliche Bestimmung zu verlieren? Wie lassen sich Schulen, Bibliotheken, Gewerbeimmobilien oder Kirchen so öffnen, dass sie zu lebendigen Orten für die gesamte Nachbarschaft werden?
RaumTeiler entwickelt Konzepte für eine intelligente Mehrfachnutzung von Gebäuden. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur architektonische Lösungen, sondern vor allem die sozialen, organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, die solche Konzepte langfristig zum Funktionieren bringen.
Mehr als ein Raumkonzept
Multifunktionale Gebäudenutzung ist ein ganzheitlicher Ansatz. Er erfordert Mut zu unkonventionellen Partnerschaften, experimentellen Nutzungsmodellen und neuen Formen des gemeinsamen Wirtschaftens. Gelingt er, entsteht echter Mehrwert: für die Menschen im Quartier, für die Gemeinschaft – und für eine ressourcenschonende Stadtentwicklung, die Neubau dort vermeidet, wo Bestehendes besser genutzt werden kann.
Gleichzeitig sind die Herausforderungen real: Nutzungskonflikte wollen moderiert, baurechtliche Anforderungen erfüllt und wirtschaftliche Tragfähigkeit gesichert sein. RaumTeiler nimmt diese Komplexität ernst und sucht praxistaugliche Antworten.
Von der Analyse zur Handlungsempfehlung
Über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht das Projekt ausgewählte Best-Practice-Beispiele aus Deutschland und Europa – durch Vor-Ort-Begehungen, Experteninterviews und vergleichende Analysen. Zwei Projekte geben bereits heute einen Vorgeschmack auf das, was möglich ist:
Folkehuset Absalon, Kopenhagen – Eine ehemalige Kirche wurde zum pulsierenden Nachbarschaftstreff: mit gemeinschaftlichem Essen, Workshops und Konzerten. Ein flexibles Raumkonzept, ein gemeinschaftsbasierter Betrieb und eine kluge Mischung aus kommerzieller und gemeinnütziger Finanzierung machen das Modell erfolgreich.
Nachbarschaftsetage im BOB-Campus, Wuppertal – Aus einem Industrieareal wurde ein lebendiger Bildungs- und Kulturort. Die frühzeitige Einbindung der Nachbarschaft, professionelles Flächenmanagement und die Kombination aus dauerhaften und temporären Nutzungen sind die Schlüssel zum Erfolg.
Aus der Analyse solcher Projekte leitet RaumTeiler übertragbare Strategien und konkrete Handlungsempfehlungen ab – für unterschiedliche Gebäudetypen, für städtische wie ländliche Kontexte, für verschiedene Träger- und Finanzierungsmodelle.

© Ariel Huber, Lausanne