Zukunftsfragen der Gesellschaft: WORAN GLAUBT DIE DEMOKRATIE? RELIGION, FREIHEIT UND GESELLSCHAFTLICHER ZUSAMMENHALT

Eine Veranstaltungsreihe der Wüstenrot Stiftung

17.11.2026, 19:30 Uhr – 17.11.2026, 22:00 Uhr

Foto: Stefan Maria Rother © Wüstenrot StiftungFoto: Stefan Maria Rother © Wüstenrot Stiftung

Thea Dorn im Gespräch mit Nora Bossong und Prof. Dr. Bernd Stegemann

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Die modernen Demokratien entstanden mit dem Anspruch, Staat und Kirche zu trennen und Glaubensfreiheit als elementares Menschenrecht zu schützen. Zugleich sind sie in kulturellen Räumen gewachsen, die vom Christentum geprägt waren. Bis heute stellt sich die Frage, wovon eine freiheitliche Demokratie lebt: Genügt der säkulare Humanismus, um die Gleichheit aller Menschen, ihre Würde und ihre Rechte zu begründen? Oder brauchen demokratische Gesellschaften religiöse Quellen und Rituale, damit Solidarität, Nächstenliebe und Verantwortung im Alltag wirksam bleiben?

Was ist von Ernst-Wolfgang Böckenfördes Diktum von 1967 zu halten, der freiheitliche, säkularisierte Staat lebe von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann? Diese Frage stellt sich heute mit neuer Schärfe. Kirchen verlieren an Bindekraft, religiöse Motive werden politisch neu aufgeladen, Fragen nach Sinn und Zugehörigkeit kehren in veränderter Form zurück. Zugleich zeigt der Blick in die USA, wie umkämpft christliche Rückbesinnung geworden ist, wenn sie gerade von Akteuren gefordert wird, die den universal-egalitären Geist der Menschenrechte kaum teilen. Was also trägt demokratischen Zusammenhalt heute?

Foto © Kay Blaschke

Nora Bossong ist Schriftstellerin, Essayistin und Lyrikerin. Sie studierte Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaften sowie Theologie in Berlin, Leipzig, Rom und Luzern und gehört seit 2018 dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. Ihre Werke widmen sich moralischen und politischen Gegenwartsfragen: Glauben und Zweifel, Schuld und Verantwortung, Macht und Verständigung. Ausgezeichnet wurde sie u. a. mit dem Joseph-Breitbach- und dem Thomas-Mann-Preis sowie dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis. Zu ihren Büchern zählen „Schutzzone“ (2019), „Die Geschmeidigen“ (2022) und „Reichskanzlerplatz“ (2024). Im Oktober 2026 erscheint „Welt mit anderen Mitteln. Für mehr Glauben in erschöpften Zeiten“ – ein Essay über Religion als Resonanzraum für Hoffnung und Zusammenhalt.

Foto © Katrin Ribbe

Foto © Katrin Ribbe

Prof. Dr. Bernd Stegemann  ist Dramaturg, Essayist und Professor für Dramaturgie und Kultursoziologie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Er studierte Philosophie, Germanistik, Erziehungswissenschaft und Schauspieltheaterregie, promovierte zur Theaterdramaturgie und arbeitete u. a. an der Schaubühne und am Berliner Ensemble. Seine Bücher erkunden moralische Konflikte, politische Affekte, Populismus, Erinnerungskultur, Säkularisierung und demokratischen Streit, darunter „Die Öffentlichkeit und ihre Feinde“ und „Wutkultur“ (beide 2021), „Identitätspolitik“ (2023) und „Meine deutschen Dämonen“ (2026). „Was vom Glauben bleibt“ (2024) fragt, was geschieht, wenn religiöse Bindungen schwinden, ihre Motive aber in Politik, Moral und Öffentlichkeit fortwirken.

Thea Dorn ist Schriftstellerin, Publizistin und Philosophin. Sie schrieb preisgekrönte Romane, Drehbücher und Essays, darunter die Bestseller „Die deutsche Seele“ (mit R. Wagner), „deutsch, nicht dumpf. Ein Leitfaden für aufgeklärte Patrioten“ und „Trost. Briefe an Max“. Sie moderierte viele Jahre „Literatur im Foyer“ (SWR) und wurde 2017 Mitglied und 2020 Gastgeberin des „Literarischen Quartett“ (ZDF). Seit November 2024 ist sie einer der beiden Sprecher der Autorenvereinigung PEN Berlin. Für ihre herausragenden literaturkritischen und -vermittelnden Verdienste wurde sie 2023 mit dem Julius Campe Preis ausgezeichnet. In aktuellen Debatten ist sie eine der markantesten und pointiertesten Stimmen. Ihre Arbeiten fördern nicht nur den literarischen Diskurs, sondern tragen auch zur öffentlichen Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der Zeit bei.

Kostenfreie Anmeldung:
Bis zum 12. November 2026 – per Mail an info@wuestenrot-stiftung.de
oder an der Theaterhauskasse: 0711 4020720

Bitte geben Sie bei der Anmeldung die Zahl der benötigten Tickets an und teilen uns den / die Namen der Begleitperson(en) mit.

Die Veranstaltung wird auch online übertragen

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Details

Beginn:
17.11.2026, 19:30 Uhr
Ende:
17.11.2026, 22:00 Uhr

VERANSTALTUNGSORT

Theaterhaus Stuttgart

Siemensstr. 11,
70469 Stuttgart