Wege zur Umnutzung großer Gebäude für neuen Wohnraum

Leere Krankenhäuser, verwaiste Bürotürme, geschlossene Kaufhäuser: In vielen deutschen Städten stehen riesige Gebäude leer – und mit ihnen ungenutztes Potenzial. In diesem Projekt untersuchen wir, wie diese „urbanen Riesen“ zu lebendigen Stadtbausteinen mit dringend benötigtem Wohnraum werden können.

Das Problem: Leere Giganten mitten in der Stadt

Digitalisierung, demografischer Wandel und die Zentralisierung von Standorten hinterlassen Spuren im Stadtbild. Ehemals prägende Gebäude – Kliniken, Bürokomplexe, Einkaufszentren, Infrastrukturbauten – verlieren ihre ursprüngliche Funktion und verfallen zu Leerständen. Als „urbane Riesen“ blockieren sie wertvolle Flächen und beeinträchtigen ganze Quartiere.

Gleichzeitig fehlt es in vielen Städten an bezahlbarem Wohnraum. Zwei Probleme, die einander lösen könnten – wenn man den Mut hat, neu zu denken.

Die Chance: Umnutzung statt Abriss

Große Bestandsgebäude besitzen vielfältige Qualitäten: robuste Tragwerke, großzügige Grundrisse, zentrale Lagen und bereits vorhandene Infrastruktur. Genau das macht sie zu interessanten Kandidaten für eine Transformation – zu Wohngebäuden, gemischten Quartieren oder Orten der Gemeinschaft.

Die Umnutzung ist dabei nicht nur städtebaulich sinnvoll, sondern auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit: Statt abzureißen und neu zu bauen, wird „graue Energie“ bewahrt, werden versiegelte Flächen weitergenutzt und Ressourcen geschont. Bestand als Chance.

Das Projekt: Wissen aufbauen, Wege aufzeigen

Trotz des offensichtlichen Potenzials fehlen bislang erprobte Prozesse, Verfahren und systematisches Erfahrungswissen für solche Umnutzungsprojekte. Genau hier setzt das Forschungsprojekt an.

Untersucht werden Fallstudien aus Deutschland, der Schweiz und Belgien – darunter erfolgreiche Projekte wie etwa das Felix Platter Spital in Basel oder das Kellogg-Areal in Bremen. Ergänzt werden die Analysen durch Interviews mit Expertinnen und Experten aus Architektur, Stadtplanung, Baurecht und Immobilienentwicklung sowie durch zwei Workshops mit der Fachöffentlichkeit.

Das Ergebnis: ein praxistauglicher Leitfaden mit einem idealtypischen Prozessablauf, der Gelingensfaktoren benennt, Stolpersteine beleuchtet und konkrete Handlungsempfehlungen gibt – für alle, die solche Projekte anstoßen oder begleiten wollen.