Egon Eiermann steht für das Bauen in der jungen Bundesrepublik. Mit seinen Bauten in Washington und auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel gab er der deutschen Architektur auch im Ausland ein neues Gesicht. Die Kaiser-Wilhelm- Gedächtnis-Kirche ist eines der bedeutendsten Kirchenensembles in Deutschland und gilt als ein Hauptwerk Egon Eiermanns (*1904, † 1970). Seit der Einweihung im Jahr des Mauerbaus 1961 ist sie ein Symbol West-Berlins. Die Einzelgebäude Kirche, Glockenturm, Foyer und Kapelle sind Stahlskelettbauten, ausgefacht mit Betonfertigteilen (Waben), die auf einem Podium erhöht über dem Breitscheidplatz stehen. Durch die Verbindung von Neubauten und Ruine der 1943 durch Fliegerbomben zerstörten alten Gedächtniskirche ist der Gebäudekomplex auch heute ein eindrückliches Mahnmal des Zweiten Weltkriegs. Er bildet ein ideelles Ensemble mit der 1940 durch Luftangriffe zerstörten Kathedrale von Coventry in England, deren Ruine 1962 ebenfalls durch Neubauten ergänzt wurde.

  • Foto © Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 Nr. 03344056 / Fotograf: Frank Ihlow.