Vor knapp 50 Jahren wurde in Leipzig-Grünau der Grundstein für die größte Plattenbausiedlung Sachsens gelegt. Anlässlich dieses Jubiläums starten die Stadt Leipzig und die Wüstenrot Stiftung ein gemeinsames Projekt, um baubezogene Kunst der DDR in Grünau zu erfassen und zu erforschen. Ziel ist es, dieses vielfach bedrohte Kulturerbe sichtbar zu machen und gemeinsam mit der Bevölkerung neu zu entdecken.
Erfassung und Vermittlung baubezogene Kunst Leipzig-Grünau
Typ
Themengebiet
Projektlaufzeit
Projektpartner
Projektbeteiligte
„Grünau war von Anfang an durch eine bildkünstlerische Gesamtkonzeption geprägt: Skulpturen, Wandbilder, Leuchtschriften und Ähnliches trugen – und tragen bis heute – entscheidend zur Identität des Stadtteils bei. Diesen einmaligen Schatz wollen wir heben und so langfristig bewahren.“
Thomas Dienberg, Baubürgermeister der Stadt Leipzig
Nach 1990 kam es bereits zu erheblichen Verlusten: Skulpturen wurden durch Vandalismus zerstört, charakteristische Wandbilder entfernt oder durch Sanierungsmaßnahmen verdeckt. Noch in diesem Jahr soll deshalb die bestehende baubezogene Kunst in Grünau aus der Zeit von 1949 bis 1990 systematisch erfasst werden, egal ob sie eingelagert, verdeckt oder sichtbar ist. Das Erfassungsprojekt wird durch das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege getragen. Im gemeinsamen Auftrag des Kulturamts der Stadt Leipzig und der Wüstenrot Stiftung hat die Stadtkuratorin Leipzig zudem ein umfangreiches Vermittlungsprogramm konzipiert, bei dem die Grünauer Bevölkerung in die Recherche eingebunden wird. So wird an die baubezogene Kunst der DDR erinnert und sie wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt.
Die Ergebnisse der Untersuchung werden öffentlich zugänglich und langfristig nutzbar sein. Das Pilotprojekt soll damit eine Grundlage für die kultur- und erinnerungsgeschichtliche Beschäftigung mit Leipzigs baulichem und künstlerischen Erbe schaffen und zugleich als Vorbild für weitere Stadtteile dienen.
„Diese Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse. Für viele sind sie aber auch seit Jahrzehnten Teil ihres Alltags. Mit diesem Projekt wollen wir herausfinden welche Erinnerungen die Bewohnerinnen und Bewohner mit dieser Kunst verbinden. Welche Bedeutung hat sie heute und wie können wir sie gemeinsam erhalten?“
Prof. Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung
Baubezogene Kunst retten!
Leider wurden viele andere Werke in den vergangenen Jahrzehnten zerstört oder sind in einem schlechten Zustand. Einige wurden abgenommen und eingelagert.
Sind Sie Eigentümer*in (inländische steuerbegünstigte Körperschaften/inländische Körperschaften des öffentlichen Rechts) eines solchen Kunstwerks und wünschen sich Unterstützung bei dessen langfristigem Erhalt? Dann freuen wir uns auf ihre Nachricht!
Gerne prüfen wir, ob wir Sie finanziell und mit Know-how bei Ihrem Vorhaben unterstützen können.
Bitte richten Sie dazu eine formlose Nachricht an:
Nadine Schäfer
nadine.schaefer@wuestenrot-stiftung.de







Wandbild „Freizeitgestaltung“ von Gottfried Schüler, Nordhausen | Foto: Suzy Hesse © Wüstenrot Stiftung
Foto: Reiner Pfisterer © Wüstenrot Stiftung