Flächenkunstwerk von Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht in Plauen

Foto © Martin Maleschka

Zur kulturellen Hinterlassenschaft der DDR gehört eine große Anzahl an Kunstwerken im öffentlichen Raum. Diese Arbeiten waren ein integraler Bestandteil des Gesellschaftsbaus und spielten darüber hinaus bei der bildkünstlerischen Ausstattung der Stadtzentren und Wohngebiete eine bedeutende Rolle. Ihrer Bestimmung nach waren sie nicht bloß schmückendes Element, sondern hatten politische Botschaften beziehungsweise idealisierte Bilder einer von Grund auf neu zu entwickelnden sozialistischen Gesellschaft zu vermitteln. Die von den Auftraggebern vorgegebenen Inhalte wurden durch die ausführenden Künstler oft auf individuelle Art und Weise und unter Anwendung vielfältigster Techniken in Kunstwerke umgesetzt.

In den vergangenen 30 Jahren wurden viele dieser Arbeiten zerstört bzw. überformt und auch heute noch leiden viele Werke unter Verfall, Abriss und oftmals auch noch unter fehlender Wertschätzung  – obwohl ihre künstlerische, historische und auch soziologische Bedeutung nur noch selten in Frage steht. Dazu kommt der Wunsch vieler Menschen, „ihre“ Kunst im öffentlichen Raum als identitätsstiftendes Element zu behalten und zu erhalten bzw. zurückzubekommen.

Fotos © Martin Maleschka @kunstambauddr  @martinmaleschka

Teil dieses übersehenen kulturellen Erbes ist auch ein 1975-1976 von den Künstlern Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht in patentierter Keramikgranulat-Technik geschaffenes Wandbild. Das 250 m² große abstrakte Flächenkunstwerk im Plauener Rathaus-Foyer wurde noch in der DDR mit Sandsteinplatten überdeckt und im Volksmund aufgrund seiner schrillbunten Farben und psychedelischen Formen „Geisterbahn“ genannt.

Über den Erhalt des Kunstwerks – ganz oder in Teilen – wurde im Vorfeld heftig debattiert.  Im Juni 2019 sprach sich der Stadtrat grundsätzlich zugunsten des Wandbilds aus. Nach der Aufnahme in das Denkmalprogramm der Wüstenrot Stiftung wird das Werk nun komplett freigelegt und restauriert. Die Wüstenrot Stiftung übernimmt dabei nicht nur die Kosten, sondern begleitet die Arbeiten insbesondere auch fachlich.

Projektlaufzeit:Denkmalprojekt:Eigentümer/Nutzer:
seit 2019Stadt Plauen