Komplementäre Planungskultur

Das föderale System in Deutschland baut auf leistungsstarke Kommunen mit hoher Eigenständigkeit und eigener Verantwortung für die Schwerpunkte und Ziele ihrer Entwicklung. Im internationalen Vergleich erweist sich dieses System als erfolgreich, auch im wachsenden interkommunalen und interregionalen Wettbewerb. Besonders deutlich werden seine Stärken, wenn es um die Perspektiven und Potenziale jenseits der großen Metropolen und boomenden Agglomerationsräume geht. Im Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen werden eigene Chancen und Profile gepflegt und weiterentwickelt. Selbst in Regionen mit vergleichsweise ungünstigen demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen suchen viele Kommunen engagiert nach eigenen Konzepten und Strategien, um die Herausforderungen zu meistern, vor denen sie stehen.

Aber dennoch: Die Vielzahl und die Komplexität ihrer aktuellen Aufgaben führen viele deutsche Städte und Gemeinden an  die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Sie fordern die Kommunen nicht nur in ihren finanziellen Ressourcen, sondern darüber hinaus in Hinblick auf neue, stärker als bisher präventiv und komplementär ausgerichtete Konzepte und Strategien, auch im Bereich der Stadtentwicklung.

In einem Forschungsprojekt der Wüstenrot Stiftung stand deshalb die Frage im Vordergrund, ob und in welcher Form aus einem veränderten gemeinsamen Wirken von öffentlicher Hand und zivilgesellschaftlichem Engagement neue, präventiv ausgerichtete Strategien der Stadtentwicklung entstehen können. Ziel ist es dabei, auf einer konkreten Handlungsebene zwischen Theorie und Praxis zu vermitteln, um das Verständnis einer gemeinsamen Verantwortung für die Entwicklung unserer Städte – den Gedanken der Subsidiarität in Politik und Gesellschaft – zu fördern und zu stärken

Die Publikationen

„Stadt machen – Orte Tempo Engagement“

Sind wir auf einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Kooperation und Kollaboration in der Stadtentwicklung genügend vorbereitet? Zumindest gibt es Projekte, die zeigen, wie Stadt- machen in anderer Form funktionieren kann. Nicht als fertige Rezepte, sondern eher als offene Prozesse, in denen Menschen unterschiedlicher fachlicher, institutioneller und privater Herkunft gemeinsam einen neuen Weg beschreiten.

Die Publikation „Stadt machen – Orte Tempo Engagement“ stellt Beispiele und Menschen vor, die Optionen aufzeigen, die wir angesichts vieler komplexer Aufgaben und Herausforderungen dringend benötigen.

„Kooperative (urbane) Praxis – Räume, Akteure + Wissens- bildung in der Stadtentwicklung“

Wissen spielt in einer neuen Form kooperativer urbaner Praxis eine entscheidende Rolle. Doch wie erfolgt die Wissensbildung auf diesem Feld? Wie tauschen die Akteure/innen neu erworbenes Wissen aus? Welche Möglichkeiten haben die Akteure/innen, sich neues Wissen anzueignen?

Eine praxisorientierte Werkstatt der Wüstenrot Stiftung und  des Urban Research and Design Laboratory der Technischen Universität Berlin hat sich 2016 mit solchen Fragen beschäftigt.

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
2012 – 2017Auftragnehmer/Autorinnen: Urbanizers – Büro für städtische Konzepte, Berlin / Marie Neumüllers, Corinna Kennel, Larissa Rensing