Mariendom von Gottfried Böhm in Neviges

Foto © Thomas Knappheide

Der Mariendom im Wallfahrtsort Neviges ist einer der bedeutendsten Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts. Die einzigartige Beton-Faltwerk-Konstruktion über frei-polygonalem Grundriss überspannt eine Grundfläche von ca. 2.800 Quadratmetern und ist ein Hauptwerk des Architekten und Pritzker-Preisträgers Gottfried Böhm (*1920). 1968 wurde von Kardinal Frings die erste Heilige Messe im Mariendom gefeiert. Seit 1995 steht er mit seinen angrenzenden Gebäuden als Ensemble unter Denkmalschutz.

Die Betonkonstruktion erinnert an die Form ineinandergeschobener Zelte, deren Spitzen zu Gipfeln gesteigert sind. Der Mariendom vermittelt den Eindruck einer abstrakten Monumentalskulptur und zeigt Böhms Auffassung von der Architektur, die künstlerische Gestalt und einprägsame Bildhaftigkeit vereinigt.

Die Instandsetzung

Der Bau war seit vielen Jahren stark sanierungsbedürftig wegen Undichtigkeiten. Anhaltende Feuchtebelastung des Stahlbetons lässt dessen Armierung korrodieren und führt mittelfristig zu irreversiblen Schäden der inneren Bewehrungskonstruktion.

Da die Erhaltung des Mariendoms ohne eine Reparatur und Sanierung gefährdet ist, hat das Erzbistum Köln seit 2008 zusammen mit verschiedenen Experten ein Konzept entwickelt, mit dem das Gebäude dauerhaft gesichert werden kann. Auch die Wüstenrot Stiftung hat wissenschaftliche Untersuchungen zum baulichen Umgang mit dem Mariendom durchgeführt. 2016 hat das Erzbistum Köln mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit den Reparatur- und Sanierungsarbeiten begonnen.

Die Wüstenrot Stiftung hat die Erzdiözese Köln bei der Reparatur und  Instandsetzung des Daches der Gnadenbild Kapelle unterstützt und diesen Bauabschnitt im September 2020 abgeschlossen.

Nach aktuellen Planungen sollen die übrigen Arbeiten am Mariendom 2021 abgeschlossen werden.

Projektlaufzeit:Denkmalprojekt:Eigentümer/Nutzer:
seit 2015Gottfried Böhm; Peter Böhm Architekten,
Köln: Prof. Peter Böhm; Beratung Wüstenrot Stiftung: Steffen
Obermann, Berlin, Hubert Baumstark, Karlsruhe
Denkmalbehörden: Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke
Erzbistum Köln: Kardinal Erzbischof Rainer Maria
Woelki, Erzdiözesanbaumeister Martin Struck