Promotionsstipendien

Schwerin, KfZ-Instandsetzungsbetrieb

Ehemaliger KfZ-Instandsetzungsbetrieb „Vorwärts“ in Schwerin, ein Untersuchungsobjekt der Stipendiatin Jessica Hänsel (Foto © LAKD M-V, LD, A. Bötefür)

Die Wüstenrot Stiftung engagiert sich seit 1990 operativ und fördernd in wissenschaftlichen Disziplinen. Sie initiiert und unterstützt Forschungs-, Ausstellungs- und Publikationsprojekte.

Seit 2016 vergibt die Wüstenrot Stiftung Promotionsstipendien an hochqualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Bewerbung

Das Stipendienprogramm ist offen für Promovierende aus allen Disziplinen.

Der thematische Fokus des Dissertationsvorhabens muss sich an den Schwerpunkten der Arbeit der Wüstenrot Stiftung orientieren. Hierzu gehören die Themenfelder Architektur und Städtebau im 20. und 21. Jahrhundert sowie Denkmalpflege und –vermittlung. Ausdrücklich erwünscht sind Forschungsvorhaben, die interdisziplinär angelegt sind und Querschnittsthemen aus den oben genannten Themenfeldern bearbeiten.

Berücksichtigt werden Bewerberinnen und Bewerber

  • die ihre Promotion an einer Hochschule in Deutschland angemeldet haben;
  • deren Dissertationsvorhaben einen wissenschaftlich relevanten Gegenstand untersuchen und ein überdurchschnittliches Ergebnis erwarten lassen;
  • die zum Zeitpunkt ihres zur Promotion berechtigenden Hochschulabschlusses das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Angerechnet werden zweiter Bildungsweg, Kindererziehung, Wehr- oder Zivildienst, Berufspraxis und andere besondere Lebensumstände.

Die Förderdauer beträgt zwei Jahre. Sie kann einmalig um bis zu zwölf Monate verlängert werden, wenn besondere fachliche oder persönliche Gründe vorliegen.

Die Förderung (Dotierung) setzt sich zusammen aus:

  1. Stipendiengrundbetrag EUR 1.400 mtl. mit Sach- und Reisekostenzuschlag EUR 150 mtl.
  2. Familienzuschlag, wenn ein oder mehrere Kinder zu versorgen sind:
  • bei einem Kind max. EUR 300
  • bei zwei Kindern insgesamt max. EUR 400
  • bei drei und mehr Kindern insgesamt max. EUR 500

Ein Druckkostenzuschuss ist nach Einzelfallentscheidung möglich.

Das Stipendium der Wüstenrot Stiftung ermöglicht die Arbeit am gewählten Forschungsvorhaben in Vollzeit. Ein gleichzeitiger Bezug von Gehalt oder weiteren Stipendien ist nicht möglich. Erlaubt ist eine Nebentätigkeit von bis zu 8 Wochenstunden.

  • Anschreiben (max. 1 Seite)
  • Exposé mit aktueller Gliederung der Arbeit und Literaturverzeichnis zum Stand der Forschung (max. 10 Seiten Text, dazu ggf. Abbildungen)
  • Zeit- und Arbeitsplan (max. 2 Seiten)
  • Lebenslauf in tabellarischer Form
  • Fotokopie(n) der/s Zeugnisse(s) über den zur Promotion qualifizierenden Hochschulabschluss (mit Benotung). Die Zeugnisse müssen nicht beglaubigt sein.
  • Zwei Fachgutachten, die Auskunft über die Qualifikation des/r Antragstellers/in und über die Qualität des Promotionsvorhabens geben. Der Erstgutachter sollte der Erstbetreuer der angestrebten Dissertation sein. Der Zweitgutachter muss promotionsberechtigt, aber nicht mit dem späteren Zweitkorrektor der Dissertation identisch sein.
  • Eingereicht werden können Anträge in deutscher und englischer Sprache.

Bitte beachten Sie:

  • Unvollständige Anträge werden im Auswahlverfahren nicht berücksichtigt.
  • Ihre Daten werden für die Bearbeitung Ihres Antrags durch die Wüstenrot Stiftung gespeichert und der wissenschaftlichen Jury zugänglich gemacht, aber nicht an Dritte weitergegeben.
  • Die Wüstenrot Stiftung erteilt Ihnen jederzeit gerne Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten. Personenbezogene Daten können auf Wunsch geändert bzw. gelöscht werden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Anträge können jeweils zu zwei Terminen im Jahr eingereicht werden:

1. Mai
1. November

Nach Erhalt des Antrags versendet die Stiftung eine Eingangsbestätigung.

Die Stiftungsgremien beraten und entscheiden zum nächstmöglichen Termin über alle fristgerecht eingereichten und vollständigen Anträge. Wir informieren Sie innerhalb von vier Monaten, ob Sie ein Promotionsstipendium erhalten.

Bitte senden Sie die vollständigen Bewerbungsunterlagen (max. 3 MB) per E-Mail an:

promotionsstipendium@wuestenrot-stiftung.de

Bisherige Stipendiatinnen und Stipendiaten

Projekt

„Das Auge baut mit. Eine Untersuchung zur medialen Repräsentation zeitgenössischer Architekturkonzepte der 1960er und 1970er Jahre“

Bildmedien sind die wesentlichen Werkzeuge visueller Vermittlungsstrategien. Dies gilt auch für die Architektur, vor allem dann, wenn Medien auf Architektur und die ihr zu Grunde liegenden Konzepte hinweisen. In den 1960er und 1970er Jahren vollziehen sich markante Wandlungen der Architekturästhetik während sich zeitgleich eine massive Wirkungssteigerung visueller Medien entwickelt.

Maike Streit untersucht in ihrer neu begonnenen Dissertation – an der Schnittstelle zwischen Architekturgeschichte, Bildwissenschaft und Medienwissenschaften – das Bildernetz welches die Architektur der 1960er und 1970er Jahre umgibt. Das Projekt befasst sich im Wesentlichen mit der systematischen Frage, wie Architektur in den Blickwinkel von Gesellschaftsästhetik gerät und mit welchen Vermittlungsstrategien dies erfolgt. Das Aufzeigen eines Bedeutungswandels ikonographischer Entwicklungen der Architekturproduktion in der Zeit der sogenannten Nachkriegsmoderne spielt für das Projekt eine wesentliche Rolle. Die Kunst der Architektur der Nachkriegsmoderne ist in ihrer Ideenwelt zu finden. Das Abbilden dieser Ideenwelt untermauert den Wert des Denkmals, indem ihm eine baukulturelle Bedeutungsebene zugefügt wird. Dieses Dissertationsprojekt nimmt sich dessen an und hofft, einen Beitrag zum besseren Verständnis der Architektur der Nachkriegsmoderne zu leisten.

Vita

1987geboren in Freiburg im Breisgau
2006-2009Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien
2009-2013Studium der Kunstgeschichte und Informations- verarbeitung an der Universität zu Köln
2013-2014Studium der Kunstgeschichte und Masterabschluss am University College Dublin, Irland

Projektlaufzeit:Gutachterkommission:
seit 2014Prof. Dr. Ingrid Scheurmann, Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert