Wüstenrot Stiftung Fellowship

Foto © Jana Hainbach

Foto © Jana Hainbach

Die Wüstenrot Stiftung engagiert sich seit 1990 operativ und fördernd in wissenschaftlichen Disziplinen. Sie initiiert und unterstützt Forschungs-, Ausstellungs- und Publikationsprojekte. Seit 2019 vergibt die Wüstenrot Stiftung Fellowships an hochqualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

WER IST ANGESPROCHEN?

Das Fellow-Programm ist offen für Nachwuchswissenschaftler/innen und praktische Expert/innen aus allen Disziplinen. Gefördert werden zeitlich begrenzte und thematisch konzentrierte Forschungsvorhaben.
Der thematische Fokus des Forschungsvorhabens sollte im Zusammenhang mit den Schwerpunkten der Arbeit der Wüstenrot Stiftung stehen. Hierzu gehören die Themenfelder Erhaltung, Erforschung und Vermittlung von materiellem und immateriellem Kulturgut des 20. Jahrhunderts (Baudenkmale, Sammlungsbestände etc.) sowie Forschungsdesiderate und Querschnittsthemen zu zentralen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft (Stadt und Land, demographischer Wandel etc.).
Vergeben werden Fellowships für 3 bis 24 Monate. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der wissenschaftlichen Qualifikation des Fellows.
Vorschläge für Vorhaben / Projektvorschläge können jederzeit durch Nachwuchswissenschaftler/innen / Expert/innen oder Institutionen (Hochschulinstitute, Archive, Sammlungen etc.) eingereicht werden.
Das Fellow-Programm strebt die Ausweitung der Zusammenarbeit von Nachwuchswissenschaftler/innen und Expert/innen aus verschiedenen Disziplinen an.

Bitte senden Sie ein Exposé zum Vorhaben mit Zeit- und Arbeitsplan per Email an info@wuestenrot-stiftung.de

Wüstenrot Stiftung Fellows

Findbuch Josef Gartner, 1955-1985

Die 1868 gegründet Firma Josef Gartner in Gundelfingen entwickelte sich nach 1945 in Deutschland zum Experten für Fassadenkonstruktionen in Aluminium und Stahl. Paul Schneider-Esleben, Rolf Gutbrod, Walter Henn, Helmut Hentrich und Hubertus Petschnigg, Eckhard Schultze-Fielitz und viele weitere Architekten der Nachkriegsmoderne verwendeten „Gartner-Fassaden“. Heute stehen viele dieser Gebäude unter Denkmalschutz. Oft ist es die äußere Erscheinung, und damit die „Gartner-Fassade“, die die Denkmalwürdigkeit begründet.

Im Rahmen des Fellowships der Wüstenrot Stiftung erarbeitete Rouven Grom ein architektur- und bautechnikgeschichtliches Findbuch, das erstmals eine vollständige historische und geographische Übersicht der von Gartner zwischen 1955 und 1985 hergestellten Fassaden in der Bundesrepublik Deutschland schafft. Im untersuchten Zeitraum wurden allein hier etwa 1.300 Fassaden realisiert – und weltweit über 1.000 weitere. Trotz dieser großen Menge an Fassaden handelt es sich größtenteils um die hoch individualisierte Einzelanfertigung passgenauer Außenhüllen – also gewissermaßen um Handwerk auf industriellem Niveau.

Das digitale Findbuch erlaubt nun die Klassifizierung der „Gartner-Fassaden“ nach technischen Systemen, Konstruktionen und Bauarten. Dieser Wissensschatz bildet zukünftig die Grundlage für bautechnikgeschichtliche Studien zur Entwicklung und Verbreitung von Fassadenkonstruktionen sowie für die denkmalkundliche Bewertung noch vorhandener bauzeitlicher Exemplare. Darüber hinaus wurde mittels Abfrage bei Denkmal- und Bauämtern Angaben zum heute noch vorhandenen Gebäudebestand ermittelt, um Aussagen über Veränderungsdynamiken und Gefährdungspotentiale treffen zu können.

Digitales Findbuch downloaden

Foto © Rouven Grom

Wissenschaftlicher CV:

2019-2020
Das Forschungsprojekt von Rouven Grom ist eingebunden in Forschungen zur Erfassung und Erhaltung des Bauerbes der jüngeren Vergangenheit an der Technischen Universität München bei Prof. Dr. Andreas Putz, Professur Neuere Baudenkmalpflege, Fakultät für Architektur.

Seit 2019
Mitarbeit als Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Neuere Baudenkmalpflege der Technischen Universität München

2019
Master of Arts Architektur an der Technischen Universität München

2017-2018
Auslandsstudium an der Aalto University Helsinki (Finnland)

2015
Bachelor of Arts Architektur (mit Auszeichnung) an der Hochschule Darmstadt

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
seit 2019