Die Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland berücksichtigt kaum die bestehenden und teilweise weiterwachsenden regionalen Unterschiede. Differenzierte Instrumente und Profile, die es ermöglichen, lokale und regionale Spezifika adäquat zu integrieren und daraus resultierende Anforderungen in konkrete Umsetzungsstrategien zu überführen, sind selten oder unvollständig.

Deutschland wird daher viele seiner selbst gesetzten Nachhaltigkeitsziele verfehlen. Die Treibhausgasemissionen gehen seit einigen Jahren nicht mehr zurück, der Energieverbrauch sinkt trotz aller Effizienzgewinne nicht, die Mobilität hängt ungebrochen stark am privaten Pkw und der tägliche Verbrauch an Flächen für Siedlungen und Verkehr ist noch immer viel zu hoch.

Welche Verantwortung tragen hierbei die Städte und Gemeinden? Wie regional differenziert ist Deutschland? Was sind für eine nachhaltige Entwicklung relevante Unterscheidungsmerkmale? Welche Instrumente sollten stärker als bisher an regionale Anforderungen angepasst werden? Welche Ansätze thematisieren per se die Regionalisierung? Diesen zahlreichen Fragen ist die Wüstenrot Stiftung in Kooperation mit dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in einer aktuellen Studie nachgegangen.

Um das Projekt öffentlich vorzustellen, wurde am 04.09.2017 in Berlin ein Streitgespräch zur städtischen Nachhaltigkeit mit Experten/innen aus Wissenschaft und Praxis veranstaltet. Dabei waren: Susanne Dähner und Dr. Reiner Klingholz (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung), Dr. Dietlind Tiemann (Oberbürgermeisterin der Stadt Branden- burg an der Havel), Dr. Maja Göpel (Leiterin Büro Berlin des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, seit September 2017 Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) und Prof. Dr. Günther Bachmann (Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung).